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Tag : gewobau

Alte Synagoge


Im Jahr 1845 errichtet die Stadt Rüsselsheim im Ortskern eine neue Synagoge. Als neues religiöses und gemeinschaftliches Zentrum, befand sich neben einem Gebetsraum, auch eine jüdische Schule sowie ein rituelles Tauchbad, eine sogenannte Mikwe, im Gebäude.

Der Schatten des zweiten Weltkrieges machte auch vor Rüsselsheim nicht halten und forderte auch etliche jüdische Opfer. Während der Progromnacht 1938 zertörsterten SA Abteilungen die Inneneinrichtung komplett, da ein nicht jüdisches Ehepaar in einem Teil des Hauses wohnte, verzichtete man auf ein völliges zerstören des Gebäudes. Ein Wiesbadener Architekt erstand das Haus zum Spottpreis und machte aus der einstigen Synagoge eine Wohn- und Bürohaus. Durch die Umbauten ging jeder Bezug zum Gotteshaus verloren und auch die jüdische Gemeinde war durch den  grausamen Krieg nur noch ein Relikt. Wer sich für die Geschichte der Naziopfer in Rüsselsheim interessiert, sollte unbedingt auch das Kunstprojekt Stolpersteine unterstützen.

Seit 2005 wird das Gebäude nicht mehr als Wohnhaus genutzt und wurde von der gewobau Rüsselsheim gekauft mit dem Auftrag eine Gedenkstätte für die jüdische Gemeinde zu errichten. Am 01. August 2008 wurde die Stiftung „Alte Synagoge“ gegründet, die genau diesem Auftrag nach geht: Dem Gebäude und den Menschen, die dort einst Ihrer Religion nachgingen den notwendigen Respekt zu zollen und die Geschichte in Erinnerung zu holen und zu halten. Optisch erinnern stilisierte Fenster und eine angedeutete Eingangstür auf der Fassade an die ehemalige Synagoge, sowie eine Gedenktafel.


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2 years ago Kommentare deaktiviert für Alte Synagoge

Balkonien


Der Würzburger Künstler Matthias Braun hat  mit diesem Beitrag den Wettbewerb der gewobau zum Thema „Kunst am Bau“ im Künstlerviertel gewonnen. Braun wählte Figuren aus verschiedenen Werken Lenbachs und diese wurden als Installation mit kleinen Balkonen an der Hauswand montiert. So entdeckt man Otto von Bismarck, Kaiser Franz Joseph, Papst Leo XIII., die vierköpfige Familie Lenbach und  Mary Lindpainter (eine Mäzenin Lenbachs), die nun erhaben von ihren Balkonen auf die Passanten schauen. Mit der neuen Fassade wird ein weiterer Künstler aus dem Malerviertel geehrt, neben Barlach und Kollwitz, reiht sich Lenbach in die Reihe mit ein. Die gewobau hat bereits angekündigt, dass eine weitere Fassade in Gedenken an Holbein entstehen soll.

Matthias Braun ist für Rüsselsheim am Main kein unbeschriebenes Blatt, wenn es die Witterungsverhältnisse zulassen, dann gibt es schon bald noch mehr von Braun zu sehen: So hat er sich auch im Wettbewerb „Kunstpfad Mainvorland“ mit seiner Skulptur „Dauerparker“ durchgesetzt.


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2 years ago Kommentare deaktiviert für Balkonien