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Category : denkmal

Adam Opel Denkmal (Bahnhof)


1937 schuf Emil Hub die 3,35 m hohe und 4,5 Tonnen schwere Bronzeskulptur. Die Bronzefigur ist zum hundertsten Geburtstag respektive zum 75. Firmenjubiläum des Rüsselsheimer Pioniers Adam Opel (1837–1895) entstanden. Der ursprüngliche Standort der überlebensgroßen Figur befand sich bis 1980 am Werkstor 20 (an der Einmündung der Weisenauer Straße in die Mainzer Straße). Im Zuge der Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes bekam „Adam“ dort auf einem Podest einen neuen Platz und sorgte dadurch post mortem für viel Diskussion. Seit 2005 steht „Adam“ ganz ohne Podest an der uns bekannten Stelle. Allerdings musste er 2014 den Platz kurzfristig räumen: Die Skulptur wurde instand gesetzt, nachdem sie durch zwei Autounfälle beschädigt worden war.
Kontrovers wird der Frankfurter Künstler Emil Hub diskutiert, der unter anderem Dozent an der Städelschule war und während der NS-Zeit zu jenen Künstlern gehörte, die an der Großen Deutschen Kunstausstellung (1937–1944) in München teilnahmen. Man kann sich darüber streiten, wie man mit dieser Skulptur am besten umgeht, was eher nach Vergangenheitsverdrängung oder nach Vergangenheitsbewältigung aussieht. Fest steht jedoch, dass Adam Opel selber lange vor der NS-Zeit verstarb.
Adam Opel selber hat auch die Automobilproduktion nicht mehr erlebt. Erst nach seinem Tod war es seine Frau Sophie, die die Initialzündung für die Automobilgeschichte auslöste. Adam Opel soll dagegen kurz vor seinem Tod folgendes über Automobile gesagt haben:
„Aus diesem Stinkkasten wird nie mehr werden als ein Spielzeug für Millionäre, die nicht wissen, wie sie ihr Geld wegwerfen sollen!“
1899 begann dann die Autoproduktion und ironischerweise ging Sophie Opel 1902 eine Kooperation mit einem französischen Automobilhersteller ein, um den Weg zu Deutschlands erfolgreichster Automobilmarke zu ebnen.
Ich persönlich verbinde sehr viel mit der Firma Opel, denn ohne Opel wäre mein Großvater nicht nach Rüsselsheim gekommen und ich würde mich heute nicht so mit meiner Geburtsstadt beschäftigen. Auch mein Vater wurde sogenannter Opelaner, nachdem er seine Lehre in der Sattlerei abgeschlossen hatte. Die Firma Opel hat in meiner Familie immer eine große Rolle gespielt. Ohne Opel wäre auch Kunst in Rüsselsheim nicht so vertreten wie heute!

Text und Foto: Vanessa Rockstein
Das Adam-Opel-Denkmal von 1937

Vor dem Haupteingang des Rüsselsheimer Opelwerkes auf dem Bahnhofsplatz steht in realistischer, aber überlebensgroßer Ausführung die Statue des Fir-mengründers Adam Opel (1837–1895). Der ursprüngliche Standort dieses Denkmals befand sich bis 1980 am Werkstor 20, an der Einmündung der Wei-senauer Straße in die Mainzer Straße (vgl. Otto 1988, 52). Das viereinhalb Tonnen schwere und zirka dreieinhalb Meter hohe Standbild aus Bronze ist auf einem flachen, runden Betonsockel platziert. Der Sockel trägt eine Tafel mit dem Namen und den Lebensdaten des Dargestellten. Auf der Sockelplatte fin-det man überdies den Bilderhauer Emil Hub und das Unternehmen genannt, von dem das Denkmal gegossen wurde (A. Komo u. Sohn, Frankfurt a. Main). Das Standbild zeigt Adam Opel in fortgeschrittenem Alter mit Vollbart, er trägt über dem Anzug einen knielangen Mantel und hält in seiner rechten Hand ei-nen kreisrunden Hut (Porkpie). Er steht vor der Hauptfront des nach ihm be-nannten Werkes und lässt seinen Blick in die Ferne Richtung Bahnhof schwei-fen. „So steht er da, auf niederem Sockel, ein Mann aus dem Volke, dem die Stadt ihre Größe verdankt“ (Otto 1988, 52).
Wer war Adam Opel? Er wurde 1837 als Sohn eines Schlossermeisters in Rüsselsheim geboren. Von seinem Vater erlernte er dessen Handwerk. Mit zwanzig Jahren ging er dann, wie damals üblich, auf Wanderschaft, um seine handwerklichen Fähigkeiten anderenorts weiterzuentwickeln. Seine Wander-jahre führten ihn nach Frankreich, wo er in dem industriell fortschrittlichen Pa-ris Arbeit in einer Nähmaschinenfabrik fand und lernte, wie man solche Ma-schinen herstellte (vgl. Borst 1995, 29; Pohl 1995, 9ff.). 1868 heiratete er So-phie Scheller (1840–1913), mit der er eine eigene Fabrik zur Nähmaschinen-produktion aufbaute. 1887 ging ihr Unternehmen dazu über, auch Fahrräder herzustellen. Nach dem Tod Adam Opels führten seine Ehefrau und ihre fünf Söhne das Unternehmen weiter. 1899 hatten sie die Idee, in den gerade auf-kommenden Automobilbau einzusteigen. Mit ihrer dafür eingerichteten Pro-duktionsstätte schufen sie die Grundlagen für den industriellen Aufschwung der Stadt Rüsselsheim. Adam Opel selbst war zu diesem Zeitpunkt allerdings schon vier Jahre tot (vgl. Borst 1995, 39).
Nichtsdestoweniger blieb sein Name mit der Automobilproduktion fest verbunden. Zu seinem 100. Geburtstag und zum 75-jährigen Firmenjubiläum erfolgte am 7. August 1937 die Einweihung seines Denkmals. Die Feier war überdies Teil eines Festwochenendes zur 500. Wiederkehr der Verleihung der Stadtrechte. Die Enthüllungsfeierlichkeiten wurden durch eine Rede von Adam Opels Sohn Wilhelm (1871–1948) eingeleitet, an die sich ein Autokorso mit 31 Opelfahrzeugen anschloss sowie eine große Feier (vgl. Opel-Kamerad 1937).
Der Bildhauer der Statue, Emil Hub (1876–1954), stammte aus Frankfurt am Main und schuf für Rüsselsheim neben dem Adam-Opel-Denkmal auch die Dr. Fritz-Opel-Büste, die noch heute am Fritz-Opel-Platz steht (vgl. Otto 1988, 234). Da sich für den Künstler während der Zeit des Dritten Reiches Verbin-dungen zum Nationalsozialismus nachweisen lassen, ist das monumentale Standbild von Adam Opel in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik ge-raten, obwohl der Firmengründer selbst damit natürlich nicht gemeint sein kann (Main-Spitze, 06.09.2012). Diskussionen um das Denkmal kamen auch durch seine Umsetzung 1980 auf. Kritisch wurde vor allem seine Erhöhung durch ein Podest gesehen. Damit repräsentiere es nach dem damaligen Stadtrat Klaus Franz eine „längst überholte autoritäre Struktur der Stadtkultur“ und würde zudem auch nicht dem Stil von Adam Opel gerecht. Dieser sei ein Fir-menchef gewesen, der mitten unter seiner Belegschaft gestanden habe und sich nicht über sie erheben wollte (vgl. Rüsselsheimer Echo, 13., 14. und 17.11.1992).
2005 erfolgte eine erneute Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes. Dabei verschwand der hohe Sockel unter dem Denkmal und es steht seither nur noch ganz leicht erhöht vor dem Hauptportal des Opel-Werkes. Obwohl heutige Pas-santen immer noch zu Adam Opel emporblicken müssen, wenn sie ihm ins An-gesicht schauen wollen, ist er ihnen doch sehr viel näher gerückt und zu einer nicht mehr ganz so abgehobenen Erscheinung im öffentlichen Raum geworden. Völlig unbeschadet hat er diese Verwandlung freilich nicht überstanden, da ihm seine neue Nähe bereits mehrere Zusammenstöße mit dem Autoverkehr einge-bracht hat (vgl. Main-Spitze, 21.11.2014). Auch wenn das Adam-Opel-Denkmal mit seiner monumentalen und heroisierenden Darstellung einer Einzelperson nicht mehr dem heutigen Zeitgeist zu entsprechen scheint, besitzt es mit sei-nem historischen Verweis auf das wichtigste Wirtschaftsunternehmen der Stadt eine große symbolische Bedeutung und spielt für die Außenwahrneh-mung und Selbstdarstellung der Stadt eine große Rolle, wie nicht zuletzt an seiner medialen Präsenz zu erkennen ist.

Literatur

Borst, Ernst (1995). Zum 100. Todestag von Adam Opel – Erinnerungen an Adam Opel. Rucilin, Rüsselsheim in Vergangenheit und Gegenwart, 16, 24−39.
Otto, Rudolf. (1988). Kunstdenkmäler und Kunst am Bau in Rüsselsheim. Rüs-selsheim.
Pohl, Hans (1995). Adam Opel – Unternehmer im Zeitalter der Industrialisierung. Rüsselsheim.

Quellen

Main-Spitze vom 23.09.1980, 21. und 22.07.2005, 06.09.2012, 21.11.2014 (SAR).
Rüsselsheimer Echo vom 13., 14. und 17.11.1992 (SAR) und vom 23.07.2005 (Heimatarchiv Rüsselsheim).
Opel-Kamerad, 8. Jahrgang, Sept. 1937 Nr. 6/7 (SAR)

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Ursprünglicher Standort (1937 bis 1980)

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Arbeiterdenkmal (Kurbelwellenschmied)

Der Kurbelwellenmann, mit authentischem Overall und Kurbellwelle und im typischen Heldenpathos der NS-Zeit. Ein weitere umstrittene Skulptur des Bildhauers Ludwig Spiegel. Die Skulptur entstand 1938 als Ehrung für den Opel-Mitarbeiter über die Beauftragung verfügte Ludwig Opel noch in seinem Testament. 1939 wurde die Bronzeplastik in München auf der großen deutschen Ausstellung gezeigt und ziert seitdem den Ludwig Opel Brunnen in der Nähe der historischen Weinberge. Einer von insgesamt 18 Zierbrunnen in Rüsselsheim

Auf der Informationstele heisst es:

Dem Opel-Arbeiter wurde ein Denkmal gesetzt.

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1 year, 10 months ago Kommentare deaktiviert für Arbeiterdenkmal (Kurbelwellenschmied)

Bär am Berliner Platz

Der Bär wurde im Gedenken an den Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 in Ost-Berlin aufgestellt. Fast demütig blickt uns der Bär entgegen. Die Straße, die zu ihm hinführt, ist die Berliner Straße und er steht auf dem Berliner Platz.
Seit 1962 erinnert der aus Basaltlava gefertigte Bär an die tragische Geschichte Berlins. Entworfen wurde er von Johannes Peschko und aus Stein gemeißelt von dem Darmstädter Künstler Ludwig Wälke.
Mit dem Berliner Viertel verbindet mich eine ganz besondere Zeit. In meiner Jugend hat ein sehr guter Freund die legendärsten Partys im Jugendhaus veranstaltet. Sie hatten immer den Charakter einer Hausparty, so wie man es als Teenie von US-Filmen her kannte. Auf den verschiedenen Etagen wurde getanzt, getrunken, geknutscht. Das war unser Hotspot, unser Szenetreff, ja, so war das mit 17.
15 Jahre später führte mich erneut eine Freundschaft in das Berliner Viertel. Hier habe ich damals mit einem Fotografenfreund beschlossen das Kreativkartell zu gründen. Die Zusammenarbeit hielt nur zwei Jahre. Allerdings war das der Ausgangspunkt für mich als Kreativnomade alleine weiterzuziehen.
20 Jahre nach der letzten Party im Jugendhaus führte mich der Freund, der einst hier die Partys veranstaltet hat, wieder ins Berliner Viertel. Diesmal sollte ich die Werbestrategie für „Das Burger Haus“ gestalten und seitdem gibt es den Opel Kapitän auf der Karte.


Text und Foto:  Marie Scheffler
Von der in Stein gemeißelten „Verbundenheit mit Berlin nach außen hin“ (Main-Spitze, 24.10.1962) zum „Maskottchen des Berliner Viertels“ (Main-Spitze, 17.01.2015) – am Berliner Bären der Stadt Rüsselsheim am Main zeigt sich eindrücklich, wie sich die öffentliche Wahrnehmung eines Denkmals im Zuge der Zeit verändern kann (vgl. Schmoll 2005, 1).

Die Aufstellung des Berliner Bären in Rüsselheim erfolgte im Jahr 1962, nachdem er zwei Jahre zuvor von der Stadt in Auftrag gegeben worden war (vgl. Denkmalkataster 1992). Am Donnerstag, dem 18. Oktober 1962, wurde der 70 Zentner schwere Bär aus der Darmstädter „Werkstätte für Denkmalkunst August Weiker“ nach Rüsselsheim transportiert und fand im Berliner Viertel am Danziger Platz seinen Standort (vgl. Darmstädter Echo, 18.10.1962; Rüsselsheimer Echo, 18.06.1969). Der Entwurf zum Denkmal stammte von Johannes Peschko, die Bearbeitung übernahm Ludwig Wälke. Beide Künstler waren Bildhauer aus Darmstadt (vgl. Darmstädter Echo, 18.10.1962). Die ungefähr 2,50 Meter hohe und 1,10 Meter breite Plastik kostete die Stadt Rüsselsheim seinerzeit 11.300 Mark (vgl. Erfassung 2002; Denkmalkataster 1992).

In den Jahren vor der Aufstellung des Berliner Bären war die Lage in der jungen Bundesrepublik gespalten – einerseits hielt der wirtschaftliche Aufschwung der frühen 1950er-Jahre an, andererseits lastete auf allen die Furcht vor einem Dritten Weltkrieg. Die Traumata des Zweiten Weltkriegs waren noch längst nicht überwunden, geschweige den aufgearbeitet, und in Anbetracht der zwei Weltkriege in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und des andauernden Ost-West-Konfliktes wurde der damalige Frieden als sehr vorläufig und schnell brüchig empfunden (vgl. Schildt 2011, 34–41). Das geteilte Berlin galt sozusagen als „Frontstadt im Kalten Krieg“ (Flemming 2008, 28). Der Mauerbau im August 1961 hatte der ganzen Welt die reale Bedrohung noch einmal nachdrücklich vor Augen geführt. Während in Westdeutschland die Hoffnungen auf einem Gelingen der Bonner Republik ruhten – „Bonn ist nicht Weimar“ (Allemann 1956, zitiert nach Schildt 2011, 16), deklarierte der Osten seinen Berliner Sektor als Hauptstadt der DDR, was aus westdeutscher Sicht als Provokation und Verrat am Einheitsgedanken empfunden wurde. Das Aufstellen eines Berliner Bären in Rüsselsheim lässt sich als Solidaritätsadresse an alle Berliner in Ost und West verstehen und gleichzeitig als ein Zeichen des Widerstands gegen die aufoktroyierte Teilung. Was in Rüsselsheim geschah, war kein Einzelfall. Vielmehr wurde es zur gängigen Praxis in der Bundesrepublik der Nachkriegszeit, Gedenksteine und Mahnmale für die ehemalige Hauptstadt Berlin aufzustellen (vgl. Otto 1981, 27).

Der Berliner Bär von Rüsselsheim wurde aus einem Block schwarz-grauer Basaltlava gemeißelt. Zum Zeitpunkt seiner Aufstellung ruhte er auf einer schlichten Ziegelsteinsäule, die wiederum auf einem quadratischen, steinernen Podest stand. Bei der künstlerischen Gestaltung entschied man sich dafür, den Bären naturalistisch aussehen zu lassen und zugleich „blockhaft“ (Otto 1988, 56). Seine Umrisse wirken eher schemenhaft, dagegen wurde die Fellstruktur deutlich herausgearbeitet. Die Körperhaltung und der Gesichtsausdruck des Tieres haben etwas Trauriges und Wehmütiges, was zu der intendierten politischen Botschaft in den frühen 1960er-Jahren zu passen scheint. Während der Bär selbst auf Wohlwollen seitens der Bevölkerung stieß, wurde seine Säule bald zum Gegenstand öffentlichen Spottes. Sie erinnere an ein „Streichholz“, der Bär wirke durch sie wie ein zum Balancieren gezwungenes Zirkustier. Weder die Rüsselsheimer noch der Bär selbst seien zufrieden mit seiner Säule, hieß es (vgl. Main-Spitze, 03.11.1962). Daraufhin wurde später eine neue Säule für die Figur gefertigt, auf der sie bis heute steht. Frontal ist sie mit einer schmucklosen Tafel versehen, die die schlichte Aufschrift „Berlin“ trägt (vgl. Rüsselsheimer Echo, 19.06.1978; hierbei handelt es sich um die erste auffindbare Quelle, in der die erneuerte Säule sichtbar ist. Das Datum der tatsächlichen Neugestaltung war leider nicht auffindbar).

Der Platz um das Denkmal herum war zunächst leer und frei zugänglich (vgl. Main-Spitze, 24.10.1962). Damit eignete er sich für Gedenkveranstaltungen, die jährlich am 17. Juni zur Erinnerung an den Volksaufstand in der DDR 1953 stattfanden. Von 1954 bis 1990 war der 17. Juni in Westdeutschland ein gesetzlicher Feiertag, an dem es sich in Rüsselsheim eingebürgert hatte, dass Vertreter der Stadt am Berliner Bären einen Blumenkranz niederlegten. Das Interesse der Bevölkerung schwand zwar mit der Zeit an dieser Veranstaltung, aber die Stadtregierung hielt bis in die 1980er-Jahre daran fest (vgl. Rüsselsheimer Echo, 18.06.1969, 19.06.1978, 18.06.1980, 18.06.1984).

Zum ersten Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990, der den 17. Juni als gesetzlichen Feiertag ersetzte, wurde der Danziger Platz in Berliner Platz umbenannt (vgl. Hinweisschild am Straßenschild des Berliner Platzes in Rüsselsheim). Mit der Entscheidung für Berlin als Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschlands hatte der Bär praktisch seine alte politische Bedeutung verloren. Um ihn herum wurde eine üppige Grünanlage gelegt, in der er wie auf einer Oase zwischen der breiten Berliner Straße und einem dicht bebauten Wohnviertel dahinter steht. Bewundern kann man ihn heute nur noch aus der Distanz, berührbar oder zugänglich ist er nicht mehr (vgl. Denkmalkataster 1992, hier sind bereits Blumenkästen um das Denkmal herum aufgestellt zu sehen; Rüsselsheimer Echo, 03.07.2003.). Je länger die Zeit zurückliegt, in der Berlin noch geteilt und Bonn die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland war, desto mehr gewinnt der Berliner Bär von Rüsselsheim den Charakter eines Maskottchens oder eines beliebigen Verschönerungsobjektes im städtischen Raum. Der Bär hat sich damit vom Mahnmal und Gedenkort zu einem putzigen Aushängeschild des Berliner Viertels entwickelt (vgl. Rüsselsheimer Echo, 03.07.2003, 10.04.2010; Main-Spitze, 16.02.2006, 17.01.2015).




Literatur

 

Flemming, Thomas (2008). Die Berliner Mauer. Geschichte eines politischen Bauwerks. Berlin.

Otto, Rudolf (1981). Baukräne über Rüsselsheim: 25 Jahre Stadtentwicklung (1950–75). Rüsselsheim.

Otto, Rudolf (1988). Kunstdenkmäler und Kunst am Bau in Rüsselsheim. Rüsselsheim.

Schildt, Axel (2011). Annäherung an die Westdeutschen. Sozial- und kulturgeschichtliche Perspektiven auf die Bundesrepublik. Göttingen.

Schmoll, Friedemann (2005). Denkmal. Skizzen zur Entwicklungsgeschichte eines öffentlichen Erinnerungsmediums. Jahrbuch für deutsche und osteuropäische Volkskunde, 47, 1–16.










Quellen

 

Denkmalkataster der Stadt Rüsselsheim (1992–1994). Kulturgegenstände der Stadt Rüsselsheim. Manuskript. Rüsselsheim (Stadtverwaltung).

Erfassung von Kunst im öffentlichen Raum Rüsselsheim, 2002.

Darmstädter Echo vom 18.10.1962 (Heimatverein Rüsselsheim 1905 e.V.).

Main-Spitze vom 24.10.1962, 03.11.1962, 16.02.2006, 17.01.2015 (Heimatverein Rüsselsheim 1905 e.V.).

Main-Spitze vom 29.12.2011 (Stadtarchiv Rüsselsheim).

Rüsselsheimer Echo vom 18.06.1969, 19.06.1978, 18.06.1980, 18.06.1984, 03.07.2003, 10.04.2010 (Heimatverein Rüsselsheim 1905 e.V.).

 

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Berlinsäule

1965 wurde durch eine Spende des Landes Hessen, das Bärenmonument am Berliner Platz ergänzt. Auf der Säule aus rotem Porphyr prangt das Berliner Wappen.

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Bismarckplatz

Der Bismarckplatz vereint gleich mehrfach historisches: 1895 wurde zu Ehren von Otto von Bismarck eine Eiche gepflanzt und mit der mächtigen Eiche hat man inzwischen ein Naturdenkmal. Zudem war dieser Platz eine wichtige Kreuzung auf den Handelswegen Rhein-Mains. Mit dem Wirtshaus „Zur Krone“ war der Bismarckplatz auch ein beliebter Treffpunkt nicht nur wegen dem eigenen Bier, dem Kronen-Bräu das 1875 hier gebraut wurde.

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Denkmal Wiederaufbau Quartier Böllenseesiedlung

Das Quartier Böllensee erbaut 1936-1941  und 1947 wieder erbaut. die Bronzeskulptur erinnert an Wiederaufbau durch die Nassauischen Heimstätte. Auf der Skulptur entdeckt bei genauem hinsehen, die Nerobergbahn, sowie den Monopteros auf dem Neroberg. Wer weiter schaut findet neben dem Grundriss der Böllenseesiedlung auch den Frankfurter Römer und den Darmstädter Hochzeitsturm.

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Gedenktafel Bombennacht


Die Nacht auf den 13. August 1944, ist eine katastrophale für die Gemeine Königstädten. Es ist ein Jahr vor Kriegsende, die Allierten beschliessen der deutschen Industrie zu schaden und so landet auch Opel auf einer Abschussliste. Opel zu der Zeit bereits im Besitz von General Motors profitiert von der Fertigungstechnologie des amerikanischen Mutterkonzerns und war somit sehr begehrt für die Waffenproduktion.  Zu der Zeit fertigte Opel Bauteile für Junkers. Aus diesem Grund plante die Royal Air Force einen Bombenangriff auf das Werk. In der Nacht auf den 13. August sollte das Opelwerk für Bomber markiert werden, die Markierung nicht präzise ausgeführt landeten allerdings in Königstädten und das verheerende Unglück war besiegelt. In wenigen Minuten zerstörten die Bomber den Ortskern, oo:oo-00:28 Uhr. Verheerend für Königstädten, auf Seiten der Allierten und der Wehrmacht nur als kollateral Schaden dokumentiert. Zeigt dieses Beispiel jedoch sehr die Sinnlosigkeit des Krieges.

Vorlage für den Gedenkstein an der evangelischen Kirche war eine Fotografie am Tag danach. Zum 70. Jahrestag der Bombennacht inszenierte der Verein Königstädter Hofkonzerte  ein Stationentheater. Die Geschehenissse der Bombennacht, wurden an den Originalschauplätzen, nach Erzählungen von Zeitzeugen aufgeführt.  Es war für mich eine sehr interessante aber auch bedrückende Erfahrung, weil man noch einmal mit dem Leid der Familien konfrontiert wurde.



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Gedenkstein Wilhelm Sturmfels

Zu Ehren des Rüsselsheimer Lehrers und Heimatforschers Wilhelm Sturmfels im Juli 1947 ein Gedenkstein auf dem Senckendorffplatz errichtet worden. Sturmfels war bis zu seinem Tod erster Vorsitzender des Rüsselsheimer Heimatvereins im Jahr 1905

Die Vereinsgründer 1905

 
Wilhelm Sturmfels, Lehrer 
Lic. Emil Fuchs, Pfarrer G
eorg Wehr, Lehrer
Georg Treber XI. Lehrer (späterer Bürgermeister)
Benedikt Volk, Weisbindermeister
Heinrich Hummel VIII., Zimmermeister
Georg Heinrichs, Postsekretär
Georg Delp, Hauptlehrer
Friedrich Treber IV.
Dr. Wiebel, Arzt
Jakob Sittmann, Bürgermeister
Paul Hungsberg, Kaufmann
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Gefallenengedenktafel Kinsterer Friedhof


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Gefallenenehrenmal (Königstädten)

Ein knieender Soldat auf einem Podest, momumentale 4m, die  sich vor der evangelischen Kirche im Stadtteil Königstädten in den Himmel strecken und an die Opfer des ersten Weltkriegs erinnern.  Im Jahr 1925 beauftrage die Gemeinde Königstädten den Bildhauer Daniel Greiner,  dieses Monument aus Kunststein, dass sich streng an die „Designrichtlinien“ der Denkmalgestaltung des 19. Jahrhunderts hält, zu schaffen. Im 19. Jahrhundert erlebte die Denkmalherstellung eine Konjuktur und führte zu einer Massenproduktion mit immer wieder kehrenden „Design-Elementen“. Greiner war Mitglied der Darmstädter Künstlerkolonie und hat im Stadteil Bauschheim ein weiteres Kriegerdenkmal geschaffen.

In der Schreckensnacht am 13. August 1944 blieb das Denkmal unversehrt und wurde nicht wie die Kirche von den Brandbomben zerstört

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Gefallenenehrenmal (Parkschule)

Ein umstrittenes Denkmal zwischen Expressionismus und Nazi-Ästhetik. Eigentlich als Mahnmal, das an die Schrecken des Ersten Weltkrieges erinnern sollte und in Gedenken an die Opfer errichtet wurde, steht hier der heroische Kriegsrückkehrer im Mittelpunkt. Klassische Vergeltungspropaganda: von Doktor Wilhelm von Opel beauftragt und 1929/30 von Ludwig Spiegel errichtet, so heißt es in der damaligen Opel Werkszeitung „Opel-Geist“:

„Schaffen wir die unerlässlichen Voraussetzungen für unseren Wiederaufstieg, für unseren endgültigen Sieg und vollenden damit, was unsere Gefallenen erstrebt haben: ein freies, glückliches Volk auf freiem Grund! Diese Erkenntnis verpflichtet aber gegenüber den Toten: Ehren wir ihr Gedächtnis, indem wir ihren Willen vollstrecken.“

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